Marius

Marius ist Director Product & Creative Womens- and Menswear bei MAERZ Muenchen. Damit gehören Strategie und organisatorische Struktur der Kollektionen zu seinen Aufgabenbereichen, ebenso gibt er den kreativen Fahrplan der Marke vor. Hier spricht er über die Entwicklung der WE ARE ECO-Linie und warum Nachhaltigkeit bei MAERZ Muenchen nichts Neues ist.

Wie entstand die Idee zu WE ARE ECO?

2020 wird MAERZ Muenchen 100 Jahre alt – und MAERZ Muenchen steht seit 100 Jahren für Qualität. Wir entwickeln keine billige Massenware, im Gegenteil: Wir produzieren langlebige Qualität. Ein Pullover von MAERZ hält of t 20, 25 Jahre. Überall wird von Nachhaltigkeit gesprochen, aber eine Grundvoraussetzung dafür ist Qualität. Einen MAERZ Muenchen Pullover zu kaufen, der nach
unzähligen Waschgängen immer noch gepflegt aussieht, ist natürlich besser, als in derselben Zeitspanne fünf günstige Pullis zu kaufen, die nichts aushalten. Qualität ist nämlich auch nachhaltig. Für
WE ARE ECO sind wir noch einen Schritt weitergegangen und haben bei der Produktion und den Ressourcen penibel auf Nachhaltigkeit geachtet. Den Anfang macht eine Micro-Kollektion mit drei Teilen: einer Jacke und einer Weste mit nachhaltigem Strick und einer Wat tierung, für die recycelte PET-Flaschen verwendet wurden. Das dritte Teil ist ein Pullover, für den wir Restgarn aus unseren
Produktionen aufbereitet haben. Was auch noch erwähnenswert ist: Alle Garne kommen aus Europa und wir produzieren in unserer eigenen Strickerei in Ungarn.

Wie werden die Materialien, die verwendet werden, recycelt und wie hoch ist der Anteil in den Produkten?

Sowohl die WE ARE ECO-Jacke als auch die -Weste bestehen zu 50 Prozent aus Bio-Baumwolle und zu 50 Prozent aus Merinowolle. Merinowolle ist von Natur aus ein Bioprodukt. Die Wattierung vorne besteht aus recycelten PET-Flaschen. Zu den Jacken gibt es in der Kollektion einen Pullover. In diesem Pullover stecken 50 Prozent Bio-Baumwolle, die andere Hälfte ist ebenfalls Bio-Baumwolle – nur ist es Restgarn, das bei unserer Produktion übrigblieb. Üblicherweise werden entstandene Restgarne aus Produktionen entsorgt, obwohl es ein absolut hochwertiges Material ist. Für die WE ARE ECO-Linie führen wir es einfach wieder in den Kreislauf zurück. So wird nichts sinnlos weggeworfen.

Was ist das Schwierigste bei der Produktion nachhaltiger Kleidung?

Die Materialbeschaffung. Wir setzen auf eine enge Zusammenarbeit mit unseren Partnern in Europa, auf Offenheit und Ehrlichkeit und auf Transparenz.
Ich empfand es als große Herausforderung, Garne zu finden, die sowohl ein glaubwürdiges Bio-Zertifikat haben als auch gleichzeitig unserem hohen Qualitätsanspruch genügen.

Worin liegen die besonderen Herausforderungen von WE ARE ECO?

In Europa zu produzieren, ist eine Preisfrage. Organic Cotton aus Europa ist teurer. Das wirkt sich auf den Endpreis aus. Wir stehen vor der Aufgabe, den Verbrauchern zu vermitteln, was nachhaltige
Mode wirklich ist, und warum es sich absolut lohnt, mehr Geld darin zu investieren. Wie bei Bio-Lebensmitteln werden bei der Produktion von Organic Cotton keine synthetischen Pflanzenschutzmittel
und keine Kunstdünger eingesetzt. Das heißt, es sind keine Gifte in den Fasern – und gelangen dementsprechend nicht auf unsere Haut und in unseren Organismus. Wir testen die Garne intensiv auf
Qualität. Das ist unser oberstes Prinzip. Wenn Organic Cotton schon nach zwei Mal waschen kaputtgeht, bringt das ja nichts. Qualität garantiert Nachhaltigkeit.